Rahmengenähte Schuhe – lohnt sich der höhere Preis?

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Rahmengenähte Schuhe

Für den anspruchsvollen Herren ist es nicht einfach, sich für den richtigen Schuh zu entscheiden. Es gibt so viele Schuhmodelle in so vielen verschiedenen Schnitten und Fertigungsarten, dass den Überblick zu behalten, nicht besonders leicht fällt. Was festzuhalten bleibt und seit Jahrhunderten ein absolutes Zeichen von Eleganz am Schuh ist, sind genähte Rahmen. Rahmengenähte Herrenschuhe traten ihren Siegeszug sowohl in Österreich und Ungarn, also den Ländern der KuK-Monarchie, als auch in England an.

Paradebeispiele für wundervoll verarbeitete und hochwertige Herrenschuhe sind der „Budapester“ und der „Oxford“, die zu jedem Anzug passen. Bleibt nur ein Problem: Wenn man sich die Preise der schönen Schnürer zu Gemüt führt, dann regt sich schnell innerer Widerstand. Je nachdem ob der Schuh individuell angepasst wird oder ein Standardmodell ist, kann man ohne große Probleme 150 – 1000 Euro auf den Tisch des Schuhmachers legen. Der hohe Preis der rahmengenähten Herrenschuhe war schon häufiger Anlass von Diskussionen und Debatten in der Modewelt. In einer Zeit, in der immer mehr Leute auf industriell gefertigte Schuhe aus synthetischen Materialien zurückgreifen (die durch moderne Produktionsverfahren in der Verarbeitung immer besser werden), muss ein Herrenschuh im hohen Preissegment erst einmal seine Legitimation beweisen.

Was sind also die Besonderheiten und Vorzüge der eleganten Treter?

Rahmengenähte Schuhe sind traditionell handgemacht und mit sehr viel Ausdauer und Liebe gefertigt. Der Schuhmacher nimmt genau die Form des Fußes auf, vermisst diesen und fängt dann erst an den Schuh zu machen. Dieses Verfahren ist naturgemäß länger als die kurze Produktionszeit, die es braucht, um einen Schuh in der Fabrik herzustellen. Die Arbeitskosten sind also höher und müssen zwangsläufig auf den Preis des Schuhs aufgeschlagen werden – immerhin will auch der Schuhmacher von etwas leben. Die Materialien des handgefertigten Schuhs sind wesentlich verlesener und besser verarbeitet, als es bei Fabrikschuhen der Fall ist. Die Lederarten, die meist zur Kreation eines Herrenschuhs verwendet werden, werden mit kritischem Auge geprüft und nur das beste Leder wird schließlich für den Schuh verwendet. Dies ist zwangsläufig mit Mehrkosten verbunden, da kleine, exklusive Schuhmacher, nicht die Warenmengen abnehmen können, die Großbetriebe ankaufen. Da dadurch für den Schuhmacher weniger Vergünstigungen gewährt werden können, erhöht sich der Preis des Schuhs nochmals. Der hohe Preis, den man für die Materialien des Schuhs bezahlt, lohnt sich allerdings.

Echtes Leder ist sehr strapazierfähig und verfügt über gute Eigenschaften. Es ist atmungsaktiv, was ein schnelles Schwitzen der Füße verhindert und es ist resistent gegenüber Wasser. Damit das auch so bleibt, muss der Schuh natürlich gepflegt werden. Hochwertige Lederschuhe sollten mit speziellen Cremes und Pflegesprays behandelt werden, damit sie ihre tolle Optik behalten. Schuhspanner sind ein weiteres Muss, das nicht vernachlässigt werden sollte. Durch einen Schuhspanner bleibt der Schuh in Form und bildet auch bei häufigem Tragen weniger Falten. Und so wie man es bei anderen Fortbewegungsmitteln macht, die man ab und zu zur Inspektion bringen muss, so sollte auch der extravagante rahmengenähte Schuh in regelmäßigen Abständen zum Schuhmacher gebracht werden. Dadurch erhöht sich die Lebenszeit des Schuhs noch einmal wesentlich und man hat lange Freude mit ihm.

Wenn man ein Fazit ziehen sollte, so müsste man wohl festhalten, dass individuell gemachte Schuhe natürlich teurer sind, als ein herkömmliches Paar Schuhe. Allerdings können rahmengenähte Herrenschuhe bei guter Pflege mehrere Jahrzehnte halten und werden dadurch zum echten Schnäppchen.

In England, der Heimat der rahmengenähten Schuhe, gibt es übrigens bis heute eine andauernde Affinität zu den tollen Stücken. Anders als in Deutschland, das keine so große Schuhmachertradition vorzuweisen hat, wird in England noch verbreiteter Geld für handgefertigte Schuhe ausgegeben.

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